45. Jahreshauptversammlung

Mit der 45. Jahreshauptversammlung am 27.03.2026 blickte die Freiwillige Feuerwehr Ettlingen nicht nur auf ein ereignisreiches Jahr zurück, sondern stellt zugleich die Weichen für die Zukunft. Für Kommandant Luca Arsic war es dabei eine besondere Premiere: Er eröffnete die Versammlung erstmals in seiner neuen Funktion als hauptamtlicher Feuerwehrkommandant.

Verabschiedung von Martin Knaus

Ein zentraler Moment des Abends war die Verabschiedung von Martin Knaus, der die Feuerwehr Ettlingen über fast zwei Jahrzehnte hinweg geprägt hat. In seinem letzten Jahresrückblick ließ er ein bewegtes Jahr Revue passieren – mit großen Einsätzen, bedeutenden Jubiläen und wichtigen strukturellen Entwicklungen.

Mit großem Applaus wurde er im Anschluss in die Altersmannschaft verabschiedet. Sein Führungsstil, geprägt von Vertrauen, Gestaltungsfreiheit und der Förderung eigener Ideen, wird die Feuerwehr Ettlingen auch in Zukunft nachhaltig beeinflussen.

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

In seinem letzten Jahresrückblick ließ der Feuerwehrkommandant a.D. ein intensives und erfolgreiches Feuerwehrjahr Revue passieren. Besonders im Fokus standen mehrere Jubiläen: So feierte die Abteilung Spessart ihr 100-jähriges Bestehen, während der Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe auf 50 Jahre zurückblicken konnte.

Ein Höhepunkt war das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager mit rund 1.000 Teilnehmenden, darunter auch eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Épernay. Darüber hinaus prägten zahlreiche Einsätze und besondere Ereignisse das Jahr – darunter der Fund einer Fliegerbombe im Juli, eine groß angelegte Katastrophenschutzübung sowie die Planung des neuen Feuerwehrhaus Berg für die Abteilungen der Höhenstadtteile.

70 Jahre im Dienst der Feuerwehr

Ein ganz besonderes Zeichen der Anerkennung erhielt Manfred Dürr für beeindruckende 70 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde ihm durch Oberbürgermeister Johannes Arnold der goldene Sibyllataler der Stadt Ettlingen verliehen.

Seit seinem Eintritt im Jahr 1956 in die damalige Freiwillige Feuerwehr Oberweier ist Dürr seiner Feuerwehr in verschiedensten Funktionen treu geblieben. Diese jahrzehntelange Verbundenheit und sein unermüdlicher Einsatz wurden von der Versammlung mit großem Respekt und langanhaltendem Applaus gewürdigt.

Neben dieser herausragenden Ehrung wurden zahlreiche weitere Feuerwehrangehörige für ihre langjährige Zugehörigkeit und ihr Engagement auf kommunaler und Landesebene ausgezeichnet – ein eindrucksvoller Beleg für die Stärke und Kontinuität der Feuerwehrgemeinschaft in Ettlingen.

Zahlen, Daten, Fakten

Auch das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr zeigt erneut die hohe Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Wehr: Insgesamt wurde die Feuerwehr Ettlingen 486-mal alarmiert – im Schnitt mehr als einmal täglich. Die Bandbreite reichte hierbei von kleinen und großen Brandeinsätzen über technische Hilfeleistungen bis hin zu Gefahrstoffeinsätzen. Mehr als 20 mal wurden andere Feuerwehren mit besonderer Technik unterstützt.

Die Feuerwehr Ettlingen besteht aktuell aus 246 aktiven Einsatzkräften, darunter 34 Frauen. Hinzu kommen 79 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie 75 Angehörige der Altersmannschaft.

Hinter diesen Zahlen steht ein hohes Maß an Engagement, Verantwortungsbewusstsein und gelebter Gemeinschaft. Besonders erfreulich: Sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr konnten im vergangenen Jahr in den aktiven Einsatzdienst übernommen werden.

Die Feuerwehr Ettlingen der Zukunft

Mit dem Wechsel an der Spitze beginnt für die Feuerwehr Ettlingen eine Phase der Weiterentwicklung und Neuausrichtung. Kommandant Luca Arsic machte deutlich, dass er eigene Impulse setzen möchte um die Feuerwehr Ettlingen konsequent an die Anforderungen der heutigen Zeit anzupassen.

Die Feuerwehr Ettlingen der Zukunft soll dabei vor allem:

  • kleiner
  • digitaler
  • strukturierter
  • einheitlicher
  • transparenter
  • präsenter
  • innovativer
  • resilienter
  • und stärker vernetzt

werden.

Konkret bedeutet das unter anderem den Ausbau digitaler Prozesse, die Modernisierung der Kommunikation und des Informationsmanagements sowie die konsequente Vereinfachung von Prozessen zur Entlastung des Ehrenamtes. Gleichzeitig wird durch eine Weiterentwicklung des Organigramms und die Etablierung von Fachgebieten – etwa in den Bereichen Digitalisierung, Öffentlichkeitsarbeit oder Vegetationsbrand – die Zusammenarbeit innerhalb der Gesamtwehr weiter intensiviert.

Arsic knüpft damit bewusst an eine wichtige Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger an: Erfolgreiche Feuerwehrarbeit entsteht dort, wo Engagement gefördert wird und Menschen den Raum bekommen, ihre Ideen umzusetzen.

Gemeinsam für Ettlingen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem einheitlichen Erscheinungsbild und einem gestärkten Selbstverständnis:
Eine Feuerwehr Ettlingen – sichtbar, präsent und fest verankert im Herzen der Stadtgesellschaft.

In seinem Grußwort übermittelte Oberbürgermeister Arnold – auch stellvertretend für den krankheitsbedingt abwesenden Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker – den Dank der Stadt an die Feuerwehrangehörigen und ihre Familien. Er betonte, dass Feuerwehrleute sowohl Realisten als auch Idealisten seien: Sie blickten nicht weg, sondern handelten verantwortungsbewusst und mit großem persönlichem Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit.

Auch insgesamt wurde großer Dank ausgesprochen – insbesondere an die Einsatzkräfte und ihre Familien, die dieses Engagement ermöglichen und mittragen.

Jahresbericht jetzt online verfügbar

Der aktuelle Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr Ettlingen steht ab sofort digital zur Verfügung und kann unter www.ff-ettlingen.de/downloads bequem heruntergeladen werden.

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