Tagesfortbildung Vegetationsbrand

Am vergangenen Samstag fand die Tagesfortbildung Vegetationsbrandbekämpfung des Fachbereich Vegetationsbrand der Feuerwehr Ettlingen statt. Rund 40 Einsatzkräfte aus allen sieben Feuerwehrabteilungen nahmen an der ganztägigen Ausbildung teil.

Der Vormittag begann im Feuerwehrhaus Ettlingen mit einem umfangreichen Theorieblock. Behandelt wurden die besonderen Herausforderungen von Vegetationsbränden, die sich durch Wind, Topografie, Vegetation und Witterung innerhalb kürzester Zeit dynamisch entwickeln können. Dabei wurde verdeutlicht, dass sich Vegetationsbrände nicht nur in Windrichtung, sondern grundsätzlich in alle Richtungen ausbreiten und bereits nach zehn Minuten eine Ausdehnung von bis zu 200 Metern erreichen können. Ebenso wurden die Merkhilfe 30-30-30 (über 30 °C, über 30 km/h Wind und unter 30 % Luftfeuchtigkeit), die LACES-Regel sowie die speziell für die Feuerwehr Ettlingen entwickelten Standardeinsatzregeln und das Wellenkonzept zur Alarmierung und Einsatzbewältigung vorgestellt.

Im Mittelpunkt stand dabei stets der Eigenschutz der Einsatzkräfte. Ein Frontalangriff auf einen Vegetationsbrand ist nur in bestimmten Situationen möglich. Stattdessen stehen eine strukturierte Lageerkundung, das Anlegen eines Ankerpunktes, der Angriff über die Flanken sowie eine sichere Kommunikation und Rückzugsmöglichkeiten im Vordergrund.

Am Nachmittag folgte der praktische Ausbildungsteil auf einem bereits abgeernteten Stoppelfeld in Sulzbach. Dabei wurden kleinere Flächen des Stoppelfeldes in Brand gesetzt, die dann mit entsprechenden Taktiken und Techniken gelöscht werden mussten. Dort wurden die zuvor vermittelten Inhalte unter realitätsnahen Bedingungen umgesetzt. Die Kräfte konnten den Aufbau eines Ankerpunktes, verschiedene Flankenangriffe mit Strahlrohren und Handwerkzeugen sowie das taktische Vorgehen bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden beüben. Besonderes Augenmerk lag auf einer sicheren Fahrzeugaufstellung, der Kommunikation sowie dem abgestimmten Zusammenwirken der einzelnen Trupps.

Mit rund 50 Prozent Waldfläche und den zunehmenden Auswirkungen längerer Trockenperioden gewinnt das Thema Vegetationsbrandbekämpfung in Ettlingen immer mehr an Bedeutung. Umso wichtiger ist eine regelmäßige und praxisnahe Ausbildung, damit alle Einsatzkräfte auf diese besonderen Einsatzlagen vorbereitet sind.

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