Einsatznummer: 196/2026
Datum: 30. Juni 2026 um 16:44 Uhr
Alarmierungsart: Meldeempfänger
Dauer: 25 Stunden
Einsatzart: Brand
Einsatzort: Pforzheimer Straße, Ettlingen
Mannschaftsstärke: 120
Einheiten und Fahrzeuge:
- Führung: 10-1 – KdoW | 10-2 – KdoW
- Ettlingen-Stadt: 1/50 – VRW | 1/44 – LF 20 | 1/33 – DLA(K) 23/12 | 1/46 – HLF 20 | 1/24 – TLF 20/40-SL | 1/65-2 – WLF 2 | 1/64 – WLF 3 | AB-Atemschutz | AB-Lüfter | 1/74 – GW-T | 1/59 – GW-Licht | 1/19 – MTW
- Spessart: 3/42 – LF 10/6
- Schöllbronn: 4/46 – HLF 20/16
- Bruchhausen: 5/44 – LF 20/16 | 5/54 – GW-G | 5/19 – MTW | 5/47 – TSF
- Ettlingenweier: 6/45 – LF 20 KatS
- Oberweier: 7/48 – TSF-W | 7/19 – MTW
- Schluttenbach: 8/48 – TSF-W | 8/19 – MTW
Weitere Kräfte: ABC-Zug | Amt für Umwelt und Arbeitsschutz | Fachberater Bau/Einsturz | Fachberater Chemie | Feuerwehr Karlsruhe | Feuerwehr Kronau | Feuerwehr Malsch | Feuerwehr Marxzell | Feuerwehr Waldbronn | KFV-Pressesprecher | Ordnungs- und Sozialamt | Polizei | Psychosoziale Notfallversorgung | Rettungsdienst | Stadtbauamt | THW | Werkfeuerwehr MiRO | Zug Brandbekämpfung Nord
Einsatzbericht:
Der Löschzug Stadt wurde zunächst gemeinsam mit einem Löschfahrzeug der Abteilung Spessart, dem Einsatzleitwagen der Feuerwehr Malsch sowie der Feuerwehr Waldbronn zu einem Dachstuhlbrand in der Spinnerei in der Pforzheimer Straße alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt war eine deutliche Rauchentwicklung sichtbar. Vor Ort bestätigte sich ein ausgedehnter Brand im Dachbereich einer ehemaligen Industrieanlage, die sich derzeit im Abbruch befindet. Aufgrund der dynamischen Einsatzlage wurden umgehend weitere Kräfte sowie überörtliche Unterstützung nachalarmiert.
Die Brandbekämpfung erfolgte durch mehrere Trupps unter Atemschutz unter anderem über zwei Drehleitern und mit mehreren Wasserwerfern. Eine besondere Herausforderung stellte die Kühlung mehrerer auf dem Dach befindlicher Gasflaschen dar. Zur Unterstützung und zur Erkundung aus der Luft wurde die Drohneneinheit aus Kronau alarmiert. Darüber hinaus wurden die Großlüfter der Feuerwehr Ettlingen eingesetzt, um die Einsatzstelle rauchfrei zu halten.
Aufgrund der eingeschränkten Löschwasserversorgung musste eine umfangreiche Wasserversorgung aufgebaut werden. Hierfür wurden die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Ettlingen und Waldbronn sowie die Einsatzabteilung Ettlingenweier eingesetzt. Die Wasserentnahme erfolgte zusätzlich aus der Alb.
Die hochsommerlichen Temperaturen stellten für die Einsatzkräfte eine zusätzliche körperliche Belastung dar und machten regelmäßige Personalwechsel erforderlich. Deshalb wurden zur Versorgung der Einsatzkräfte mehrere Ortsvereine des DRK eingesetzt.
Zur Beurteilung der Standsicherheit des Gebäudes wurden Fachberater Bau/Einsturz hinzugezogen. Die Gefährdung durch die vom Brand beaufschlagten Gasflaschen wurde von den Fachberatern Gefahrgut eingeschätzt. Von der Polizei wurden umgangreiche Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen durchgeführt. Die betroffenen Anwohner wurde über die Warn-App NINA über die Maßnahmen informiert.
Mit Hilfe eines Kettenbaggers des THW wurde die auf dem Gebäude befindliche Gasflasche geborgen und zur Kühlung in einem Wasserbad abgelegt. Eine Brandwache bis zum Folgetag wurde eingerichtet.
Parallel zu den Löschmaßnahmen wurden durch Kräfte des ABC-Zuges des Landkreises Karlsruhe mit dem CBRN-Erkundungskraftwagen Luftmessungen durchgeführt und Wasserproben aus der Alb entnommen. Im Industriekanal sowie der Alb wurden vorsorglich Ölsperren ausgebracht, um eine mögliche Ausbreitung von kontaminiertem Löschwasser zu verhindern.
Insgesamt waren unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Luca Arsic mehr als 250 Einsatzkräfte über mehrere Stunden im Einsatz. Unterstützt wurde er vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Dominik Wolf, dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst Yannick Bengert, dem Leitenden Notarzt Björn Bergau und dem Leiter der Schutzpolizeidirektion Gustav Zoller. Bürgermeister Moritz Heidecker machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild von der Lage und koordinierte mit dem Ordnungs- und Sozialamt die Unterbringung der evakuierten Anwohner.
In der Anfangsphase wurde der Grundschutz von den Einsatzabteilungen Schöllbronn und Schluttenbach sichergestellt und im weiteren Verlauf vom Zug Brandbekämpfung Nord des Landkreises Karlsruhe und einem Löschfahrzeug der Feuerwehr Marxzell übernommen.
Nachdem die vom Brand beaufschlagte Acetylenflasche ca. 20 Stunden durch die Feuerwehr überwacht und anschließend durch eine Fachfirma geborgen wurde, konnte der Einsatz nach 25 Stunden beendet werden.












