Geschichte der Feuerwehr Ettlingen
Durch die Gemeindereform und die dadurch erfolgte Eingemeindung der Dörfer Ettlingenweier, Oberweier, Bruchhausen, Spessart, Schluttenbach und Schöllbronn in die Stadt Ettlingen wurde auch die Organisationsform der Feuerwehr in ihre heutige Struktur mit 7 Abteilungen umgewandelt.
Vor 1900
Schon zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erließen viele mittelalterliche Stadtverwaltungen Feuerverhütungsvorschriften und Verhaltensmaßregeln beim Ausbruch von Bränden. Hier war in der Regel die gesamte Bürgerschaft zum Eingreifen bei Bränden verpflichtet. Urkunden aus den Jahren 1256, 1257 und 1265 lassen die Vermutung zu, daß die „Gesamtheit der Bürger“ Ettlingens schon damals unter anderem zur gegenseitigen Hilfeleistung bei Feuer- und Wassernot verpflichtet war.
Die erste für Ettlingen gültige Vorschrift war die noch nach der Vereinigung beider badischen Markgrafschaften maßgebende Baden-Badische Feuerordnung vom 8. November 1766. Diese Vorschrift wurde in einzelnen Punkten in den Jahren 1820 und 1834 ergänzt.
Im Jahr 1689 wurde Ettlingen im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch eine Feuersbrunst weitgehend zerstört. Aber auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Großbränden, darunter am 1. August 1722, 19. Dezember 1783 oder 23. Dezember 1836, wo jeweils dutzende von Häusern zerstört wurden.
Gründung der Feuerwehr Ettlingen im Jahr 1847
Das am 27. Juli 1846 von Christian Hengst gegründete Durlacher Pompierkorps bildete das Vorbild für die Gründung eines freiwilligen Pompierkorps auch in Ettlingen. Am 7. März 1847 traten eine Anzahl hiesiger Bürger und Einwohner zusammen, dies war das Gründungsdatum der Ettlinger Feuerwehr.
Schon am Tag danach stimmten Gemeinderat und Bürgerausschuß zu, am 19. März 1847 konstituierte sich das Korps und wählte den von Philipp Thiebauth hierfür gewonnenen liberalen Fabrikanten Gutav Buhl zum Hauptmann.
In Oberweier wurde im selben Jahr eine Feuerlöschordnung verabschiedet, nach der 60 Bürger verpflichtet wurden, bei Feuern Hilfe zu leisten.
Während der Revolutionszeit um 1848 wurden nach einer Verfügung des Großherzogs alle Bürgerwehren entwaffnet und auch Feuerwehrübungen durften nicht mehr abgehalten werden. Erst im Jahr 1850 war die Versammlung zu den Übungen wieder gestattet.
Die Mannschaftsstärke lag bei der Gründung bei 51 Mann und stieg bis 1853 auf 82 Mann an. Im Mai 1858 war die erforderliche Mannschaftsstärke von 106 Mann erreicht. Durch die immer größere Ausdehnung der Stadt wurde auch die Mannschaftstärke auf 200 Mann im Jahr 1905 erhöht.

1900 bis 1950
Gründung Feuerwehr Ettlingenweier
Am 24. März 1907 wurde die Feuerwehr Ettlingenweier gegründet
Gründung Feuerwehr Spessart
Die Freiwillige Feuerwehr Spessart wurde am 8. März 1925 im Gasthof „Strauß“ unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Wendelin Weber, gegründet. Der Feuerwehr gehörten zum Gründungszeitpunkt 60 aktive Feuerwehrangehörige an.
Anlass zur Gründung war der Brand des alten Rathauses am 15. April 1919, bei dem u. a. der Turm der ehemaligen Kirche ein Raub der Flammen wurde.
Gründung Feuerwehr Schöllbronn
In Schöllbronn existierte wie in vielen anderen Ortschaften bereits eine Pflichtfeuerwehr. Nach einem größeren Schreinereibrand im Jahr 1927 und zwei Gebäudebränden in 1928 wurde letztlich am 28. September 1928 die Freiwillige Feuerwehr Schöllbronn gegründet. Die noch heute erhaltene Spritze wurde aus den Beständen der Pflichtfeuerwehr übernommen.
Im Jahr 1939 wurde in Schöllbronn eine motorbetriebene Pumpe beschafft.
Zweiter Weltkrieg in Ettlingen
Während des 2. Weltkrieges waren die Wehrführungen immer damit beschäftigt, Ausfälle durch Einberufungen zur Wehrmacht zu ergänzen. Es standen 50 bis 80 Aktive sowie 60 bis 110 Notdienstverpflichtete in Ettlingen zur Verfügung, die bis nach Mannheim und Pforzheim zum Einsatz nach Bombenangriffen gerufen wurden.
Auch die Wehren aus den umliegenden Ortschaften wie bspw. Schöllbronn waren hiervon betroffen.
Nachkriegszeit
Am 22. März 1945 kam es zum letzten Kriegseinsatz der Ettlinger Feuerwehr und am 4 April rückten französische Streitkräfte in Ettlingen ein. Bereits am 23. Mai 1945 bekämpfte die Feuerwehr wieder ein Feuer und am 31. Mai 1945 ernannte die Militärregierung den damaligen Kommandanten Alfred Kehrbeck zum Kreisbrandinspekteur mit dem Auftrag die Gemeindefeuerwehren zu reorganisieren.
Im Jahr 1946 hatte die Feuerwehr wieder einen Mannschaftsstand von 106 Aktiven mit einer den Umständen entsprechenden Ausrüstung.
Am 22. März 1947 fand im kleinsten Rahmen im Gasthaus „Hirsch“ das 100-jährige Jubiläum statt.
1950 bis 2000
Am 01. Oktober 1974 wurden im Zuge der Gemeindereform die Ortschaften Ettlingenweier, Bruchhausen, Oberweier, Spessart, Schluttenbach und Schöllbronn in die Stadt Ettlingen eingemeindet. Dadurch wurden die vormals eigenständigen Feuerwehren als Abteilungen der Feuerwehr Ettlingen zugeordnet, während die ehemalige Feuerwehr Ettlingen nun als Abteilung Ettlingen-Stadt fungiert.
In 1981 wurde in Oberweier eine Jugendfeuerwehr gegründet.
Nur wenig später, in 1983 wurde dies auch in Ettlingen durchgeführt. Bis dahin hatten Jugendliche die Möglichkeit mit 16 Jahren in die aktive Abteilung einzutreten. Sie waren durch eine entsprechende Kleidung erkennbar, so dass die bei Einsätzen nur außerhalb des Gefahrenbereichs eingesetzt wurden.
Die Feuerwehren Baden-Württembergs trafen sich im Jahr 1988 zum Landesfeuerwehrtag in Ettlingen, der zusammen mit der Landesgartenschau in diesem Jahr veranstaltet wurde. Hierzu fanden im Stadtgebiet zahlreiche Veranstaltungen sowie Ausstellungen von Fahrzeugen oder Geräten statt.
Am 01. Oktober 1995 wurde in Schöllbronn eine Jugendfeuerwehr gegründet.
Seit 2000
Im Jahr 2010 konnte die Abteilung Ettlingen-Stadt nach einer Bauzeit von 1,5 Jahren das neue Feuerwehrhaus in der Hertzstraße beziehen. Mit dem Umzug geht eine 163-jährige Feuerwehrära in der Pforzheimer Straße zu Ende.